{"id":162,"date":"2015-02-20T08:30:40","date_gmt":"2015-02-20T08:30:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ff-kolkwitz.de\/?page_id=162"},"modified":"2015-02-28T21:48:50","modified_gmt":"2015-02-28T21:48:50","slug":"chronik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ff-kolkwitz.de\/?page_id=162","title":{"rendered":"Chronik"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcbersicht<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gr\u00fcndung 1910<br \/>\nDie erste Ausr\u00fcstung<br \/>\nMitgliederversammlungen<br \/>\nFeste und Feierlichkeiten 1912\/13<br \/>\nEine Pflichtfeuerwehr f\u00fcr Kolkwitz<br \/>\nEin besonderer Einsatz<br \/>\nDer Erste Weltkrieg unterbricht die Feuerwehrarbeit<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erneutes Zusammenfinden nach dem Ersten Weltkrieg<br \/>\nEin neues Ger\u00e4tehaus und neue Ausr\u00fcstung<br \/>\n\u00dcbungen, Br\u00e4nde und Feste in den 20er und 30er Jahren<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kriegsverluste und Neuzug\u00e4nge<br \/>\nEins\u00e4tze in den 50er Jahren<br \/>\nDas Alte vergeht und Neues entsteht<br \/>\n\u201eFeuerwehrvergn\u00fcgen\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erweiterungen in den 70er Jahren<br \/>\nEins\u00e4tze<br \/>\nF\u00f6rderung von Jugend und Frauen in der Feuerwehr<br \/>\nFestlichkeiten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>V. Ver\u00e4nderungen nach der Wende &#8211; 1990 bis heute<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>I. Gr\u00fcndung und Anfangsjahre &#8211; 1909 bis 1915<\/p>\n<p>Die rasche Ausdehnung des Ortes durch den Bau neuer H\u00e4user und Wirtschaftsgeb\u00e4ude und immer wieder infolge Fahrl\u00e4ssigkeit oder Brandstiftung auftretende Feuer, verlangten zwingend die Bildung einer eigenen Feuerwehr, die im Ernstfall schnell zur Stelle sein konnte. In Erinnerung \u00e4lterer Menschen war Ende des vorigen Jahrhunderts noch der verheerende Brand vom Jahre 1846, der damals fast das gesamte Dorf ein\u00e4scherte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gr\u00fcndung 1910<\/p>\n<p>Am 22. Juli 1909 beschloss die Gemeindevertretung, eine freiwillige Feuerwehr (FFw) zu bilden. Festgelegt wurde auch die Verg\u00fctung: 30 Pfennige pro Stunde f\u00fcr \u00dcbungen, f\u00fcr den Einsatz im Ernstfall bei Tage pro Stund 50 Pf und in der Nacht pro Stunde 60 Pf.<\/p>\n<p>Am 17. Juli 1910 verpflichteten sich 82 Kolkwitzer B\u00fcrger \u201e\u2026 durch Unterschrift nach den vorgelesenen Satzungen den Feuerl\u00f6schdienst\u00a0 durch Gr\u00fcndung einer Freiwilligen Feuerwehr auf die Dauer von 3 Jahren zu \u00fcbernehmen\u2026\u201c<\/p>\n<p>Der eigentliche Gr\u00fcndungstag war dann der 10. August 1910. 14 Kameraden bildeten an diesem Tag die Kolkwitzer FFw. Zu den Mitbegr\u00fcndern geh\u00f6rten u. a. Fritz Pravos, Martin Fuchs, Albert Lehmann, Friedrich Plaschna, Friedrich Handrow und Friedrich Slomka. Als Wehrleiter wurde Kamerad Ernst Schurrock gew\u00e4hlt, der diese Funktion bis zum 15. Mai 1942 aus\u00fcbte und sich bleibende Verdienste um die Entwicklung des Feuerl\u00f6schwesens in Kolkwitz erwarb.<\/p>\n<p>Am 15. Oktober 1910 wurden Albert Schurrock zum Schriftf\u00fchrer und zu seinem Stellvertreter Alfred Rotsch gew\u00e4hlt. Die Beratung am 20. Mai 1911 vervollst\u00e4ndigte die Leitung: Felix Paulisch erhielt das Amt des Spritzenf\u00fchrers und Albert Lehmann das Amt des Obersteigers.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die erste Ausr\u00fcstung<\/p>\n<p>Wichtigstes L\u00f6schger\u00e4t war in dieser Zeit eine von vier bis sechs M\u00e4nnern mit der Hand bet\u00e4tigte und von Pferden gezogene fahrbare Spritze, die sich auch noch nach dem Ersten Weltkrieg im Einsatz befand. Am 13. Juli 1910 wurden von der Gemeindevertretung 75 Mark f\u00fcr die Anschaffung einer Feuerwehrleiter bewilligt, am 18. September 1911 wurde dem Antrag stattgegeben, durch die Firma Boeckel die Installation einer elektrischen Lampe im Spritzenhaus vorzunehmen, im Sommer 1913 wurden Mittel f\u00fcr einen schon erbauten Turm (am Rande des heutigen Friedensplatzes) bereitgestellt und am 15. Oktober 1913 800 Mark f\u00fcr Feuerl\u00f6schger\u00e4te und zwei Feuerl\u00f6schbrunnen bewilligt. Der damalige Holzturm, etwa 9 Meter hoch, besa\u00df zwei offene Fenster und diente auch zum Trocknen der Schl\u00e4uche. Der heutige Feuerwehrturm entstand 1922.<\/p>\n<p>Das alte L\u00f6schger\u00e4tehaus stand im Dorfzentrum \u00f6stlich der alten Schmiede unter einem gro\u00dfen Kastanienbaum. Neben dem Ger\u00e4tehaus befand sich \u00fcbrigens das \u201eSchilderh\u00e4uschen\u201c f\u00fcr den damals besoldeten Nachtw\u00e4chter Korreng.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mitgliederversammlungen<\/p>\n<p>Seit der \u201eGeneralversammlung\u201c am 15. Oktober 1910 gab es (bis zum 17. Februar 1934) eine vorbildliche Protokollf\u00fchrung aller Versammlungen, die die Arbeit und Leistungen, die Erfolge aber auch die Probleme der Geschichte unserer Feuerwehr widerspiegeln.<\/p>\n<p>Die Mitgliederversammlungen erfolgten viertelj\u00e4hrig, sie best\u00e4tigten neue Mitglieder, f\u00fchrten notwendige Wahlen durch und nahmen den Finanzstand zur Kenntnis. Im Januar 1912 gab es den ersten Jahresbericht durch Oberf\u00fchrer Ernst Schurrock: Zehn \u00dcbungen waren durchgef\u00fchrt worden, es gab sieben Alarmierungen, davon viermal wegen Feuer und auch eine Inspektion zum Stand der Ausr\u00fcstung und der Wehrbereitschaft. Kassenstand 18,50 M.<\/p>\n<p>Nicht immer herrschte Einigkeit im Kreis der Kameraden der FFw. Schon w\u00e4hrend der Mitgliederversammlung am 12. August 1911 kam es wegen zu zahlender Strafgelder aufgrund unberechtigten Fehlens bei \u00dcbungen oder Eins\u00e4tzen zu scharfen Auseinandersetzungen, in deren Ergebnis Wilhelm Schadow und Alfred Rotsch ihre Mitgliedschaft wieder aufk\u00fcndigten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Feste und Feierlichkeiten 1912\/13<\/p>\n<p>Schon im Sommer 1912 gab es aus Anlass des zweij\u00e4hrigen Bestehens ein Stiftungsfest. Musik und Konzert im Garten der Gastst\u00e4tte P\u00f6sch [heutige Gastst\u00e4tte \u201eZur Eisenbahn\u201c], mit klingendem Spiel folgte der Marsch durch den Ort bis zum \u201eSchwarzen Adler\u201c, Kaffee mit Plinsen und Gartenkonzert, Scheibenschie\u00dfen und schlie\u00dflich Tanz bis 3 Uhr morgens in allen S\u00e4len. Nach Zeitungsberichten hatte dieser Tag \u201eVolksfestcharakter \u2026Jung und Alt waren in Scharen auf den Beinen \u2026\u201c, was sicher zur Popularit\u00e4t der FFw beitrug.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich musste auch die Kaisertreue zum Ausdruck gebracht werden. \u201eZum 25j\u00e4hrigen Dienstjubil\u00e4um Sr. Majest\u00e4t Wilhelm II.\u201c gab es am 14. Juni 1913 schon um 8 Uhr morgens eine Festveranstaltung im Saal von Gasthaus P\u00f6sch, und danach erfolgte die Teilnahme am Feldgottesdienst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Pflichtfeuerwehr f\u00fcr Kolkwitz<\/p>\n<p>Am 15. Mai 1914 beschloss die Gemeindevertretung \u201e\u2026 die Gr\u00fcndung einer Pflichtfeuerwehr, 40 Mann stark \u2026\u201c Bereits am 19. Juni 1914 best\u00e4tigte Landrat von Wackerbarth das \u201eOrtsstatut \u00fcber die Regelung des Feuerl\u00f6schwesens in der Gemeinde Kolkwitz (Kreis Cottbus-Land)\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dort hei\u00dft es u. a.<\/p>\n<p>\u201e\u00a7 1 Das Feuerl\u00f6schgesch\u00e4ft in der hiesigen Gemeinde wird \u00fcbertragen<\/p>\n<p>a) der freiwilligen Feuerwehr, welche ihre Organisation nach besonderen Statuten regelt,<\/p>\n<p>b) der Pflichtfeuerwehr.<\/p>\n<p>Beide vorgenannten Feuerwehren bilden eine Schutzwehr\u2026<\/p>\n<p>\u00a7 3 Zur Pflichtfeuerwehr kann jeder m\u00e4nnliche Einwohner hiesigen Ortes vom 18. bis 40. Lebensjahr herangezogen werden, der nicht wegen einer entehrenden Handlung bestraft ist, oder durch ein Attest des Kreisarztes nachweisbar hierzu untauglich ist.<\/p>\n<p>\u00a7 4 Befreit vom Dienste der Pflichtfeuerwehr sind ferner<\/p>\n<p>a) Kranke und Gebrechliche<\/p>\n<p>b) Beamte, Aerzte und Apotheker<\/p>\n<p>c) Geistliche, Kirchen- und Schulbeamte<\/p>\n<p>d) Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr \u2026<\/p>\n<p>\u00a7 9 Jede zum Feuerl\u00f6schdienst in der Pflichtfeuerwehr bestimmte Person ist berechtigt, sich durch Zahlung eines Jahresbetrages von zehn Mark vom Feuerl\u00f6schdienst loszukaufen \u2026<\/p>\n<p>\u00a7 11 Der Oberf\u00fchrer der freiwilligen Feuerwehr bzw. Stellvertreter leitet bei ausgebrochenem Feuer die L\u00f6scharbeiten \u2026 Er \u00fcbt die Aufsicht \u00fcber s\u00e4mtliche Ger\u00e4te und Utensilien der Feuerwehr aus \u2026<\/p>\n<p>\u00a7 17 Zur Ausbildung der Pflichtfeuerwehr werden allj\u00e4hrlich im Sommerhalbjahr mindestens 2 \u00dcbungen abgehalten \u2026\u201c<\/p>\n<p>Schon wenige Wochen nach ihrer Gr\u00fcndung bew\u00e4hrte sich die FFw beim L\u00f6schen eines Scheunenbrandes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein besonderer Einsatz<\/p>\n<p>Am 16. April 1914 traf sie dagegen wohl nicht rechtzeitig ein, wie der \u201eCottbuser Anzeiger\u201c berichtete: \u201eGestern Abend gegen \u00bd 12 Uhr ist auf dem in der N\u00e4he der Dahlitzer Teiche gelegenem Geh\u00f6fte des Landwirtes Drogan, und zwar in einem strohbedeckten Wirtschaftsgeb\u00e4ude ein Feuer ausgebrochen, das schnell auf die anderen Baulichkeiten \u00fcbergriff. Die etwa 71j\u00e4hrige Mutter des Besitzers, die in dem Wirtschaftgeb\u00e4ude in dem Altenteil wohnte, hat sich in Sicherheit bringen wollen \u2026<\/p>\n<p>Als der Steiger Plaschna unter Lebensgefahr unter den zusammenst\u00fcrzenden Tr\u00fcmmern nach der alten Frau suchte, konnte er sie nur noch als Leiche bergen. Der Besitzer des Grundst\u00fccks erleidet gro\u00dfen Schaden, da das Mobilar nicht versichert war \u2026\u201c<\/p>\n<p>So fand der \u201erote Hahn\u201c vor allem bei den zu dieser Zeit noch zahlreichen strohgedeckten Geb\u00e4uden weiterhin seine Opfer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Erste Weltkrieg unterbricht die Feuerwehrarbeit<\/p>\n<p>Der erste Weltkrieg unterbrach dann die weitere erfolgreiche Entwicklung der Wehr. Immer mehr Kameraden mussten ihr Heimatdorf verlassen, und erste Todesnachrichten erreichten schon im Herbst 1914 die Feuerwehr. Aus den Protokollen ist das Bem\u00fchen ersichtlich, den \u201eKameraden Soldaten mit Feldpostp\u00e4ckchen eine Freude zu bereiten.\u201c Das letzte Protokoll vor Kriegsende stammt vom 6. Juli 1915, es wurde u. a. der gefallenen Kameraden Wilhelm Kutscher und Heinrich Lukow gedacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>II. Feuerwehrgeschichte zwischen den Weltkriegen &#8211; 1919 bis 1932<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erneutes Zusammenfinden nach dem Ersten Weltkrieg<\/p>\n<p>Wegen dieser h\u00e4ufigen Naturkatastrophen, Br\u00e4nde und auch Ungl\u00fccksf\u00e4lle, gab es f\u00fcr die FFw viele Eins\u00e4tze. Die erste Zusammenkunft nach Ende des Ersten Weltkrieges fand am 1. Februar 1919 statt. 29 aktive Mitglieder geh\u00f6rten der Wehr an. Ernst Schurrock wurde als Oberf\u00fchrer wiedergew\u00e4hlt und erhielt f\u00fcr seine Verdienste den Titel Oberbrandmeister.<\/p>\n<p>Als Stellvertreter fungierte Chr. Mulka.<\/p>\n<p>Die FFw schloss sich dem Trend dieser Zeit an: F\u00fcr den 2. M\u00e4rz 1919 \u201ewird ein Wintervergn\u00fcgen anberaumt, um die Vereinskasse aufzuf\u00fcllen\u2026\u201c<\/p>\n<p>Am 13. Februar 1919 wurden mit Herrmann Fuchs, Herrmann Schulisch, Friedrich Kschenka und Martin Paulick vier neue Mitglieder aufgenommen. Im Mai 1921 geh\u00f6rten der FFw 42 aktive und 31 passive, im Januar 1930 50 aktive und 33 passive Mitglieder an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein neues Ger\u00e4tehaus und neue Ausr\u00fcstung<\/p>\n<p>Die Einweihung des neuen Ger\u00e4tehauses erfolgte am 30. Oktober 1921.<\/p>\n<p>Die ersten beiden \u201eRauchmasken\u201c (Gasmasken) geh\u00f6rten seit Juli 1922 zur Ausr\u00fcstung.<\/p>\n<p>Am 26. M\u00e4rz 1924 beschloss die Gemeindevertretung den Kauf einer Motorspritze von der Firma Sehmer aus Berlin und bewilligte die daf\u00fcr notwendigen Mittel am 9. April. Die Einweihung am 16. und 17. August der von Pferden gezogenen Motorspritze hatte Volksfestcharakter: \u00dcbung mit der Spritze im Dorfgel\u00e4nde, Preisschie\u00dfen, Fackelzug und Ball. Eine Geldsammlung unter der Dorfbev\u00f6lkerung unterst\u00fctze die Finanzierung der neuen Spritze.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcbungen, Br\u00e4nde und Feste in den 20er und 30er Jahren<\/p>\n<p>Am 15. August 1920 organisierte sie den <strong>Kreisverbandstag<\/strong>. \u201eMitwirkende eines Angriffsman\u00f6vers ab 9 \u00bd Uhr waren die FFw Str\u00f6bitz, Schmellwitz und Madlow. Ab 11 Uhr wurde im Melchertschen Saale die \u00dcbung ausgewertet. Es folgten das Mittagessen gegen 2 \u00bd Uhr beim Kameraden P\u00f6sch, um 3 \u00bd Uhr ein Festmarsch durch Kolkwitz und ab 4 \u00bd Uhr der Ball in beiden S\u00e4len \u2026\u201c ist in der Chronik der FFw von Kolkwitz zu lesen.<\/p>\n<p>15. August 1926: Gemeinsame <strong>Gro\u00df\u00fcbung<\/strong> im Zusammenwirken von FFw und Sanit\u00e4tskolonne in Anwesenheit des Kreisbrandmeisters, der gleicherma\u00dfen Lob erteilte und kritische Hinweise gab.<\/p>\n<p>16. Juli 1927. Protokoll: \u201e\u00dcber den <strong>Brand<\/strong> bei Prawos am 9. Juli entspinnt sich eine heftige Aussprache. Der Oberf\u00fchrer verliest den Artikel aus der M\u00e4rkischen Volksstimme und bedauert, dass sich noch Gemeindemitglieder finden, die die Wehr f\u00fcr ihre freiwillige Arbeit in dieser Weise mit Schmutz bewerfen. Auch r\u00fcgt er das Verhalten verschiedener Kameraden auf der Brandstelle und fordert unbedingte Disziplin \u2026\u201c<\/p>\n<p>Am 9. und 10. Oktober 1930 gab es erneut ein \u201egro\u00dfes <strong>Gr\u00fcndungsfest<\/strong>\u201c mit einer Reichwehrkapelle aus L\u00fcbben, Fackelumzug, \u00dcbungen, Platzkonzert, B\u00fcchsenschie\u00dfen und Tanzabend.<\/p>\n<p>Zu einem <strong>Gro\u00dffeuer<\/strong> kam es am 6. November 1932 in Kolkwitz, die Scheune von M\u00fchlenbesitzer Sohn, ein altes Fachwerkgeb\u00e4ude, brannte vollst\u00e4ndig nieder. Brotwagen und Ackerger\u00e4te, M\u00fchlenbauger\u00e4te sowie Stroh- und Heuvorr\u00e4te wurden ein Opfer der Flammen. Das Versagen der Motorspritze bei der Brandbek\u00e4mpfung war auf unsachgem\u00e4\u00dfe Handhabung &#8211; der Sauger lag im Schlamm des Teiches &#8211; zur\u00fcckzuf\u00fchren. Als Brandursache wurde Brandstiftung vermutet.<\/p>\n<p>Einen \u201eFeuerteufel\u201c, wie z.B. in Werben oder Sielow und noch anderen Orten des Kreisgebietes, hat es in Kolkwitz nie gegeben, sodass die freiwillige Feuerwehr vergleichsweise selten zur Brandbek\u00e4mpfung im eigenem Ort gerufen wurde.<\/p>\n<p>Dagegen gab es j\u00e4hrlich mindestens zwei Vergn\u00fcgen, zum Teil gemeinsam mit anderen Vereinen, wovon das Protokollbuch ausf\u00fchrlich Zeugnis ablegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>III. Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg &#8211; 1945 bis 1960<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kriegsverluste und Neuzug\u00e4nge<\/p>\n<p>Auch nach Kriegsende blieb die FFw f\u00fcr B\u00fcrger und Betriebe ein wichtiger Partner. Sie aktivierte das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde.<\/p>\n<p>Auf Befehl von B\u00fcrgermeister Weigel war kurz vor Kriegsende der Feuerl\u00f6schmannschaftswagen der zur\u00fcckweichenden deutschen Armee zur Verf\u00fcgung gestellt worden und f\u00fcr alle Zeit verloren. Nur zwei Einrei\u00dfhaken und ca. 80 Meter Schlauch waren im Sommer 1945 vorhanden. Es zeugte vom Aufbauwillen und von Spendenfreudigkeit, wenn die Kameraden der FFw unter ihrem Wehrleiter Paul Balzer 1947 aus eigenen Mitteln zwei TS 8 (Tragspritze 800 Liter) und einen TSA (Anh\u00e4nger) kauften und die Einnahmen aus der Silvesterfeier 1946\/47 zum Kauf von Schl\u00e4uchen nutzten.<\/p>\n<p>1953 konnte durch Tausch ein aus dem Jahre 1921 stammendes L\u00f6schfahrzeug erworben werden, und erst 1959 erhielt Kolkwitz ein L\u00f6schfahrzeug mit vollst\u00e4ndiger Ausr\u00fcstung.<\/p>\n<p>Im Januar 1947 z\u00e4hlte die Wehr 24 aktive und elf passive Mitglieder. Protokolle weisen die Aufgabe aus, vor allem junge B\u00fcrger f\u00fcr den Dienst in der FFw zu gewinnen, und so konnten beispielsweise am 24. Januar 1948 als neue Mitglieder Hermann Handrow, Hermann Fuchs, Martin Fuchs, Werner Selleske und Ernst Prawos begr\u00fc\u00dft werden.<\/p>\n<p>Bis 1949 erh\u00f6hte sich der Bestand auf 26 aktive und 39 passive Mitglieder.<\/p>\n<p>Im Oktober 1947 weigerte sich die FFw \u00fcbrigens erfolgreich, das Feuerwehrdepot als Leichenhalle zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eins\u00e4tze in den 50er Jahren<\/p>\n<p>F\u00fcr 1949 weist der Jahresbericht aus: Sieben \u00dcbungen, vier Versammlungen, ein geschlossenes Vergn\u00fcgen, drei Brandschutzbegehungen, eine G\u00fcterwagenbrandbek\u00e4mpfung, drei Brandeins\u00e4tze im Stadtforst.<\/p>\n<p>Zu Beginn der f\u00fcnfziger Jahre wurden die Kameraden der FFw besonders h\u00e4ufig zu Waldbr\u00e4nden in den Stadtforst (Klinikbereich) gerufen. Die Brandursache lie\u00df sich in rauchenden Kurpatienten und deren Besucher vermuten. Einen Gro\u00dfbrand galt es am 24. M\u00e4rz 1956 in der Baumschule Kretzschmer zu l\u00f6schen, entstanden durch Funkenflug der Deutschen Reichsbahn. Die FFw beseitigte Sch\u00e4den, die durch Naturkatastrophen hervorgerufen wurden und war im vorbeugenden Brandschutz t\u00e4tig. Ihre Hilfe erstreckte sich \u00fcber die Kolkwitzer Grenzen hinaus. Eins\u00e4tze in anderen Orten und sogar anderen Bezirken wurden gefahren.<\/p>\n<p>Bereits 1950 war die FFw der Deutschen Volkspolizei angeschlossen worden. Damit verbunden waren u. a. auch Eins\u00e4tze anl\u00e4sslich der Wahlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Alte vergeht und Neues entsteht<\/p>\n<p>Aufgrund seines hohen Alters bat Paul Balzer bereits Anfang 1951 um Entlastung als Wehrleiter, die dann am 19. Januar 1952 erfolgte.<\/p>\n<p>Hermann Ragutze (+): \u201eAm 17. M\u00e4rz 1951 wurde ich Mitglied der FFw Kolkwitz. Von der Arbeit in diesem Bereich hatte ich keine Ahnung, aber ich wollte helfen, Menschenleben und G\u00fcter zu retten und zu sch\u00fctzen. Eines Tages Ende 1951 kamen B\u00fcrgermeister Rudi Metag und Wehrleiter Paul Balzer zu mir nach Hause und \u00fcberzeugten mich in einem l\u00e4ngeren Gespr\u00e4ch, die Leitung der Wehr zu \u00fcbernehmen.\u201c<\/p>\n<p>In dieser T\u00e4tigkeit, die Hermann Ragutze bis Januar 1971 aus\u00fcbte, hat er sich gro\u00dfe Verdienste erworben.<\/p>\n<p>1954 protestierte die FFw gegen die Abschaffung des Nachtw\u00e4chters, \u201eweil dadurch die Brandbeobachtung erschwert wird\u201c.<\/p>\n<p>Die Sorge galt auch weiterhin dem Nachwuchs. Bei seiner Ausbildung erwarb sich Waldemar Wawra besondere Verdienste. Auf seine Initiative entstand 1959 eine Arbeitsgemeinschaft \u201ePionierfeuerwehr\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eFeuerwehrvergn\u00fcgen\u201c<\/p>\n<p>Die Teilnahme am gesellschaftlichen und am geselligen Leben war f\u00fcr die meisten Mitglieder Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Anl\u00e4sslich der Umz\u00fcge und Demonstrationen war die FFw pr\u00e4sent. Mit gro\u00dfer Regelm\u00e4\u00dfigkeit fanden die Feuerwehrvergn\u00fcgen statt. Bemerkenswert ist auch folgende Begebenheit: Im Fr\u00fchjahr 1951 wurden in den Feuerwehrteichen 70 Karpfen f\u00fcr das Silvesterfeuerwehrvergn\u00fcgen eingesetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 1. August 1960 erschien in der \u201eLausitzer Rundschau\u201c ein Artikel, in dem Wehrleiter Hermann Ragutze Bilanz zog: \u201eAm 13. und 14. August feiert eine der gr\u00f6\u00dften Wehren des Landkreises Cottbus ihr 50j\u00e4hriges Bestehen \u2026 Von den Gr\u00fcndern leben heute noch drei \u2026 sie sind die kritischsten Beobachter \u2026 Landwirt Albert Lehmann, der ehemalige Eisenbahner Friedrich Slomka und der Schmiedemeister Felix Paulisch \u2026 Innerhalb der 50 Jahre bek\u00e4mpfte die Wehr 15 Scheunen- und 17 Wohnhausbr\u00e4nde und r\u00fcckte viele Male zu Waldbr\u00e4nden aus \u2026\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>IV. Best\u00e4ndige Feuerwehrarbeit &#8211; 1961 bis 1989<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erweiterungen in den 70er Jahren<\/p>\n<p>Seit 1978 war die FFw Kolkwitz Leitwehr f\u00fcr die Kommandostellen der FFw in Dahlitz, Zahsow und Gulben. 1979 geh\u00f6rten ihr 118 Kameraden, 32 Kameradinnen und ein Ehrenmitglied an.<\/p>\n<p>Entsprechend dem Vorschlag der FFw erfolgte der Abriss der alten Schmiede und an gleicher Stelle der Aufbau eines modernen Feuerwehrdepots bis 1983. Vor allem dem Einsatz von Wehrleiter Ernst Pujo &#8211; er \u00fcbernahm 1971 die Leitung der FFw -, Brandinspektor Hermann Ragutze, B\u00fcrgermeister Rudolf Schmidt und zahlreichen Mitgliedern der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass 1989 der zweite Bauabschnitt mit Schulungsraum, Dienst und Sozialr\u00e4umen und einer Wohnung abgeschlossen werden konnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eins\u00e4tze<\/p>\n<p>Auch in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren gab es viele Eins\u00e4tze der FFw zu unterschiedlichen Anl\u00e4ssen.<\/p>\n<p>In nachhaltiger Erinnerung blieb der katastrophale Wintereinbruch vom 30. Dezember 1978, der in den Abendstunden mit einem Eisregen begann und zu einem Temperatursturz von plus zwei Grad Celsius auf minus 24 Grad Celsius in der Silvesternacht f\u00fchrte, was gro\u00dffl\u00e4chige Stromabschaltungen und erhebliche wirtschaftliche Sch\u00e4den zur Folge hatte. Kameraden der FFw bewiesen auch in dieser kritischen Situation h\u00f6chste Einsatzbereitschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00f6rderung von Jugend und Frauen in der Feuerwehr<\/p>\n<p>Der Werbung f\u00fcr die FFw und der Ausbildung des Nachwuchses galt gro\u00dfe Aufmerksamkeit. Ernst Dubrau erwarb sich bei der Betreuung der \u201eJungen Brandschutzhelfer\u201c besondere Verdienste. F\u00fcr Einsatz und Leistungsbereitschaft erhielt Liesbeth Wawra im Mai 1971 als erste Frau im Kreis Cottbus-Land einen Offiziersdienstrang. Sie wurde zum Unterbrandmeister ernannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Festlichkeiten<\/p>\n<p>Jubil\u00e4en waren Anlass zur Leistungsschau und Leistungsdemonstration, so w\u00e4hrend einer Festwoche im August 1970, als ein erheblicher Teil der Dorfbev\u00f6lkerung sich am 60. Gr\u00fcndungsjubil\u00e4um beteiligte. Seit dieser Zeit trug die FFw Kolkwitz den Titel \u201eFreiwillige Feuerwehr der Leistungsstufe I\u201c.<\/p>\n<p>Bedeutenden Einfluss auf das gesellige Leben ihres Dorfes nahmen weiterhin die Kameraden der FFw. Traditionell wurden unter ihrer Regie der Tanz zum 1. Mai und der Kirmestanz, in den sechziger Jahren vor allem im \u201eSchwarzen Adler\u201c durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcbersicht &nbsp; Gr\u00fcndung 1910 Die erste Ausr\u00fcstung Mitgliederversammlungen Feste und Feierlichkeiten 1912\/13 Eine Pflichtfeuerwehr f\u00fcr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":2,"menu_order":10,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"_mc_calendar":[],"footnotes":""},"class_list":["post-162","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ff-kolkwitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/162","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ff-kolkwitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ff-kolkwitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ff-kolkwitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ff-kolkwitz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=162"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ff-kolkwitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/162\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":277,"href":"https:\/\/www.ff-kolkwitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/162\/revisions\/277"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ff-kolkwitz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ff-kolkwitz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=162"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}