Ausgezeichnete Gruppenführer

Bei der Verbandstagung des Kreisfeuerwehrverbandes am 9.6. in Forst wurden Christoph Rother und Sascha Erler mit dem Leistungsabzeichen „FwDV 3“ in Gold ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhalten Kameradinnen und Kameraden, die ihre Gruppenführerausbildung an der Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt mindestens mit “gut” abgeschlossen haben. Die Kameraden Rother und Erler sind dabei eine der ersten Gruppenführer im Land Brandenburg, die ihre Ausbildung im sogenannten eFIII-Lehrgang absolviert haben, also einer Mischung aus Online-Lehrgang und Praxis in Eisenhüttenstadt. Beide haben mit ihrem erworbenen Wissen auch bereits Einsätze in der Ortswehr geleitet.

Personelle Änderungen

Zum Monatswechsel gab es personelle Änderungen an der Spitze unserer Ortswehr.

Marco Kunisch hatte aus persönlichen Gründen die Gemeinde darum gebeten, ihn von seinen Pflichten als Ortswehrführer zu entbinden. Dem ist die Gemeinde zum 31. März nachgekommen. Wir bedanken uns für Marcos Arbeit in den letzten 4 Jahren und hoffen, dass er uns auch weiterhin als aktive Einsatzkraft erhalten bleibt.

Interimsweise bis zum Jahresende wurde der bisherige Jugendwart und amtierende stellvertrendene Ortswehrführer Christian Otte zum neuen amtierenden Ortswehrführer ernannt. Kamerad Christoph Rother wurde zum amtierenden Stellvertreter berufen. Damit Christian sich seiner neuen Aufgabe vollumfänglich widmen kann, hat Kamerad Merlin Irmer die Funktion als amtierender Jugendwart übernommen.

Natürlich wird parallel im Einvernehmen mit der Gemeinde und der Gemeindewehrführung das Verfahren zur ordentlichen Berufung einer neuen Führungsspitze durchgeführt. Doch wir denken, wir haben mit dieser Lösung ein arbeits- und leistungsfähiges Führungsteam erhalten.

Ergebnisse AGT Lehrgang

Im Kolkwitzer Geräthehaus wurden in den kommenden Wochen Kameradinnen und Kameraden zu Atemschutzgeräteträger:innen ausgebildet. Als abschluss der Ausbildung stand natürlich eine Prüfung an. Alle haben eine Teilnehmernummer bekommen und können sich hier ihre entsprechende Punktzahl anschauen:

1. 65
2. 65
3. 66
4. 64
5. 35
6. 60
7. 57
8. 65
9. 61
10. 65
11. 65

Wir freuen uns über 11 weitere gut ausgebildete Kameradinnen und Kameraden, gratulieren zur bestandenen Prüfung und wünschen immer unfallfreie Einsätze!

 

Ehrenzeichen für stellvertretende Jugendwarte

Anlässlich der Verbandstagung des Kreisfeuerwehrverbandes Spree-Neiße e.V. wurden unsere beiden stellvertretenden Jugendwarte mit dem Ehrenzeichen der Landesjugendfeuerwehr Brandenburg in Bronze ausgezeichnet.

Jonas Hohm engagiert sich seit seinem Wechsel in die aktive Einsatzabteilung als Ausbilder und Betreuer bei der Jugendfeuerwehr. In diesem Jahr hat er die Funktion als stellvertretender Jugendwart übernommen.
Neben dem Umgang mit den Kindern und Jugendlichen ist er vor allem für die technischen Belange zuständig: Sei es eine App, über die die Mitglieder der Jugendfeuerwehr das Fahrzeug besser kennen lernen können, oder die Programmierung eines Alarmierungssystems beim Ausbildungsjugendlager.
Bei den Online-Schulungen während der Corona-Pandemie baute Kam. Hohm eine regelrechte Bildregie auf, um zeitweise zwischen drei Kameras zu wechseln und das Signal in den Stream zu geben. Er überwachte den Chat, so dass auf Fragen der Kinder und Jugendlichen live während der Ausbildung eingegangen werden konnte.

Merlin Irmer ist erst seit wenigen Jahren Mitglied der aktiven Einsatzabteilung und engagiert sich seit seinem Wechsel in die Aktive Feuerwehr weiter als Ausbilder und Betreuer in der Jugendfeuerwehr. Trotz seines jungen Alters war er sofort bereit, die ihm angebotene Funktion als stellvertretender Jugendwart zu übernehmen.
Kam. Irmer bringt sein Wissen und Ideen nicht nur bei den wöchentlichen Schulungen ein, sondern z.B. auch bei der Organisation und Durchführung der jährlichen Ausbildungsjugendlager.
Beim Aufbau, Konzeption und Organisation der Online-Schulungen während der Hochphase der Corona-Pandemie hat Kam. Irmer maßgeblich mitgewirkt, hat Ideen eingebracht, während der Ausbildungen vor und hinter der Kamera gestanden und das Schulungsprogramm kontinuierlich weiterentwickelt.

Ohne die Beiden wären die Online-Schulungen in dieser Qualität nicht möglich gewesen. Deshalb hatten wir die Auszeichnung für Jonas und Merlin beantragt und freuen uns, dass die Landesjugendfeuerwehr unseren Vorschlägen zugestimmt hat.

Der Zusammenhalt leidet, die Einsatzbereitschaft bleibt

Die Corona-Pandemie ist nicht spurlos an der Ortswehr Kolkwitz vorbeigegangen: Das geplante Jubiläum, Maibaumstellen, sämtliche geselligen Zusammenkünfte mussten ausfallen. Aber die Mitgliederzahl bleibt stabil und die Wehr einsatzbereit, leistungsfähig und flexibel. Besonders die Online-Ausbildung der Jugendfeuerwehr war einzigartig. So das Fazit der nachgeholten Jahreshauptversammlung am 3. September.

Ortswehrführer Marco Kunisch bei seinem Grußwort

Es war ein recht einsames und einsatzarmes Jahr 2020, für das Ortswehrführer Marco Kunisch Bilanz zieht. Zwar startete es mit einem recht großen Brandeinsatz, aber gerade die Verkehrsunfälle, die sonst den Hauptteil der Feuerwehrarbeit ausmachen sind im letzten Jahr spürbar zurückgegangen. Vermutlich auch, weil wegen Kontaktbeschränkungen und Homeoffice weniger Menschen unterwegs waren. Erfreulich ist: Alle Einsätze konnten absolviert werden und im Schnitt waren beide Löschfahrzeuge voll besetzt. Auch die Zahl der Kameradinnen und Kameraden bleibt stabil. „Danke, dass Ihr alle in dieser schwierigen Zeit der Feuerwehr die Stange gehalten habt und auch unter teilweise schwierigen Umständen ausgerückt seid! Das war wirklich beeindruckend!“ lobt der Ortswehrführer die Anwesenden in der großen Halle des Kolkwitzcenters. Trotz Corona leisteten die Kameradinnen und Kameraden inklusive Ausbildungen insgesamt knapp 3.000 Stunden Dienst für die Feuerwehr.

Online-Ausbildung die ihresgleichen sucht

Auch die Mitglieder der Jugendfeuerwehr haben ihre Begeisterung behalten. Obwohl sie sich im vergangenen Jahr kaum treffen durften, bilanziert Jugendwart Christian Otte: „Es war ein ganz schwieriges Jahr, aber die Kinder und Betreuer haben verstanden, dass die oberste Aufgabe der Feuerwehr der Bevölkerungsschutz ist und deshalb die Kinder und Jugendlichen als erste in den Lockdown gegangen und als letzte wieder herausgekommen sind.“ Besonders bitter: kurz sah es so aus, als könne das beliebte Ausbildungsjugendlager stattfinden, dann musste es kurzfristig doch abgesagt werden. Das hieß für das Betreuerteam um Christian Otte: Alternativen suchen. Und die fanden sich online: Es wurden gleich mehrere Webcams beschafft und eine regelrechte Bildregie im Gerätehaus aufgebaut, mit der zwischen den einzelnen Kameras hin- und her geschaltet wurde. Das Jugend-Team stellte in und an der Fahrzeughalle Einsätze nach und die Kinder- und Jugendlichen waren per Internet live dazu geschaltet. Für den erste-Hilfe-Unterricht wurden speziell geschnürte Verbandspakete vorab mit dem Löschfahrzeug zu den Jugendlichen gefahren und mit Abstand übergeben. Für 45 Minuten Online-Unterricht eine Vor- und Nachbereitungszeit von mehreren Stunden. Aber die Arbeit hat sich gelohnt: Alle 14 Jungs und 2 Mädchen sind Stand Ende 2020 der Jugendfeuerwehr erhalten geblieben. Hier wurde ein Aufwand getrieben, der seinesgleichen sucht, stellt Sascha Erler, Vorstandsmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes fest: „Ich kenne keine vergleichbare Aktion im Kreis und selbst über den Kreis hinaus.“ Besonders für die Online-Schulungen, aber auch für seine jahrelange Arbeit als Ausbilder und Jugendwart bekam Christian Otte daher das Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes Spree-Neiße e.V. verliehen.

Christian Otte erhält das Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes

Modernste Ortswehr der Gemeinde

Natürlich darf der Blick nach vorne nicht fehlen. Und da freuen sich die Kameradinnen und Kameraden vor allem auf den November, wenn sie das neue Tanklöschfahrzeug von Tschechien nach Kolkwitz überführen können. Eins der ersten aus der Landesbeschaffung. „Das bedeutet dann, dass kein Fahrzeug in Kolkwitz älter als drei Jahre sein wird. Es gibt keine andere Ortswehr, die so einen modernen Fuhrpark hat.“ Stellt Gemeindebrandmeister Steffen Theiler fest. Da das Fahrzeug aus der Landesbeschaffung stamme, bedeute das aber auch mehr Aufgaben: „Das Fahrzeug wird definitiv öfter überörtlich im Einsatz sein, als das alte, etwa bei größeren Waldbränden außerhalb.“

Dass die Kameradinnen und Kameraden in der Lage sein werden, mit der neuen Technik umzugehen und ihre Einsatzbereitschaft auch in Zukunft beweisen werden, daran lässt Ortswehrführer Marco Kunisch keinen Zweifel. „Und es sollte auch unsere Aufgabe sein, wieder enger zusammenzurücken, sofern es die Bedingungen zulassen. Hoffentlich schon beim Kameradschaftsabend in diesem Jahr und auf jeden Fall bei unserem nachgeholten Jubiläum im Jahr 2022.“

Schulungen abgesagt

Liebe Kameradinnen und Kameraden,

aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklungen und auch der verschärften Bestimmungen werden wir bis Jahresende keine Schulung durchführen. Die Jahreshauptversammlung wird in den Sommer verschoben!

Jugend-Ausbildung eingestellt

Aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklung hat die Wehrführung beschlossen, alle Jugend-Ausbildungen in der Großgemeinde aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres einzustellen. Wir setzen das in unserer Ortswehr natürlich um.

Davon betroffen ist auch unser geplantes Ausbildungsjugendlager, das in diesem Jahr damit leider nicht stattfinden kann.

Wir hoffen, dass sich die Situation bald wieder entspannt und freuen uns auf spannende Ausbildungen in hoffentlich naher Zukunft!

Erste Übung nach Corona-Pause

Aufgrund der Corona-Pandemie waren sämtliche Schulungen und Übungen für die Feuerwehr zwei Monate lang ausgesetzt. Entsprechend groß war die Freude, dass wir uns – natürlich unter Einhaltung strenger Abstands- und Hygieneregeln – wieder zu Ausbildungen treffen dürfen. Am Freitag gab es einiges Nachzuholen: Fast 10 Brunnen wurden auf Funktionsfähigkeit getestet.

Wir werden die nächsten vier Wochen unseren Ausbildungsplan verdichten und jeden Freitag eine Schulung durchführen.

Bereit, wenn es sein muss – wir in der Zeitung

Folgender Artikel erschien am 4.07.2019 in der Lausitzer Rundschau. Mit freundlicher Genehmigung dürfen wir ihn hier veröffentlichen:

Eine Lausitzer Wehr im Waldbrand-Stress: Bereit, wenn es sein muss

 Auf einem Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Kolkwitz – Martin Mathow war Ende Juni bei der Bekämpfung des Waldbrands in der Lieberoser Heide mit dabei. 
Auf einem Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Kolkwitz – Martin Mathow war Ende Juni bei der Bekämpfung des Waldbrands in der Lieberoser Heide mit dabei.  FOTO: LR / Martin Mathow
Ein junger Lausitzer erklärt, wie als freiwilliger Feuerwehrmann das Zusammenspiel aus Einsätzen sowie Job und Familie funktionieren kann. Von Andreas Blaser

Es ist Montag, 14.25 Uhr, als bei Martin Mathow nahezu synchron der Pieper und die Alarmsirene der Feuerwehr in Kolkwitz losgehen – Einsatz. Mathow ist gerade in seinem Büro im Altbau der Gemeindeverwaltung in Kolkwitz, hat noch zu arbeiten. Der 32-Jährige ist der Leiter des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit der Gemeinde. Aber er ist eben auch Feuerwehrmann.

 Am Schreibtisch in der Kolkwitzer Gemeindeverwaltung – Martin Mathow leitet dort den Bereich Ordnung und Sicherheit.
Am Schreibtisch in der Kolkwitzer Gemeindeverwaltung – Martin Mathow leitet dort den Bereich Ordnung und Sicherheit. FOTO: LR / Andreas Blaser

Einsatz in der Lieberoser Heide

Es ist der Tag, an dem in der Lieberoser Heide wieder einmal die Wälder brennen, die örtlichen Feuerwehren aber aufgrund der Größe der Waldflächen, des Brandes und des munitionsbelasteten Bodens überfordert sind. Sie bitten um Hilfe – und erhalten sie neben vielen anderen auch von der Ortsfeuerwehr Kolkwitz. Für Mathow heißt das an diesem Nachmittag, dass Ordnung und Sicherheit in der Gemeinde erst einmal warten müssen. Er eilt vom Rathaus an der Berliner Straße über diese hinweg zum Feuerwehrgerätehaus in der Bahnhofstraße. Der Weg beträgt nur wenige Hundert Meter. Da es sich aber um eine scharfe beziehungsweise Erstalarmierung handelt, ist Eile geboten.

Im Gerätehaus haben sich etwa zehn Feuerwehrleute eingefunden. Sie wissen bereits, es soll nach Lieberose zum Einsatz gehen. Und sie wissen auch jetzt schon, dass dieser Einsatz mit großer Sicherheit nicht so kurz sein wird wie die meisten Einsätze in ihrem normalen Einsatzgebiet in der Gemeinde – wenn es um kleinere Brände, Verkehrsunfälle oder im Altkleidercontainer entsorgte tote Kaninchen geht.

Ich bin bereit

Drei Leute werden für die erste Gruppe benötigt, Mathow ist nicht unter ihnen. Er hat einen vierjährigen Sohn, den er an diesem Nachmittag noch aus dem Kindergarten abholen muss. Dennoch ist er erst einmal zum Treffpunkt geeilt, macht damit klar: Ich bin bereit, wenn es sein muss und wenn es unbedingt sein muss auch jetzt. Muss es aber nicht, drei andere Kameraden fahren zuerst mit einem Tanklöschfahrzeug nach Lieberose: ein Gruppenführer, ein Maschinist und ein weiterer Feuerwehrmann. Ihr Einsatz in Lieberose wird etwa acht Stunden dauern, dann werden sie von der zweiten Gruppe abgelöst, diese von der dritten Gruppe. In der wird Martin Mathow sein. Am nächsten Tag aber erst, ganz in der Früh geht es zum Einsatzort in der Lieberoser Heide.

Zwischen Job, Familie und Feuerwehr

Bis dahin hat Mathow ausreichend Zeit, seinem Arbeitgeber, der Gemeindeverwaltung Kolkwitz, und auch seiner Frau und seinem Kind zu erklären, dass er Dienstag nicht da ist – weder tagsüber am Schreibtisch in der Verwaltung und nicht früh und abends bei der Familie.

Nicht immer aber lässt sich dies bei Einsätzen so gut planen und organisieren. 36 aktive Kameraden gibt es in der Kolkwitzer Ortsfeuerwehr, darunter etwa fünf Frauen. Rund zehn der Kameraden sind auch bei der Gemeinde beschäftigt, vielfach im Kolkwitzer Bauhof. So stand dieser Tage noch der Rasenmäher vorm Bauhof, weil ein Mitarbeiter schnell Fahrzeug und Kluft wechseln und zum Feuerwehreinsatz musste. „Das sind die immer verfügbaren, die planbaren Einsatzkräfte“, erklärt Jürgen Rehnus dazu. Er war bis vor einem Monat Gemeindebrandmeister und Gemeindewehrführer, machte das 18 Jahre lang und hat in dieser Zeit schon einiges erlebt. Bei anderen Einsatzkräften sei es schwieriger, die würden in Cottbus oder Burg arbeiten. Da dauere es halt, bis sie tagsüber bei Alarmierungen im Feuerwehrdepot seien. Martin Mathow spricht für die Zeit von 7 bis 16 Uhr von einer geringeren Tageseinsatzbereitschaft als abends oder in der Nacht. Was nicht heißt, dass die Kameraden tagsüber nicht wollen oder ihre Arbeitgeber sie dafür nicht freistellen, sie sind schlichtweg nicht vor Ort oder ihre Fahrt dauert zu lange.

Gemeinden achten auf das Ehrenamt

Darum achten die Gemeinden auch darauf, dass bei Einstellungen Bewerber ihre Bereitschaft erklären, in der örtlichen Feuerwehr aktiv mitzumischen. Martin Mathow ist so ein typischer Fall. Als er sich 2006 bei der Gemeindeverwaltung Kolkwitz für eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bewarb, hatte er mit der Feuerwehr nicht so wahnsinnig viel am Hut. Da mitzumachen, war aber schon gewünscht. Seitdem ist der Kolkwitzer in der Freiwilligen Feuerwehr seiner Gemeinde aktiv, hat sich nach und nach qualifiziert zum Truppmann und Truppführer. 2017 machte er in der brandenburgischen Feuerwehrlandesschule in Eisenhüttenstadt eine mehrwöchige Ausbildung zum Gruppenführer. „Ich mache das gern“, sagt er heute, „und mit Leidenschaft“. Er habe auch dort seinen Freundeskreis, seine Kumpels. „Zudem verbringen wir bei den Einsätzen auch viel Zeit miteinander. Das verbindet.“ Und man treffe sich ja auch in der Freizeit als Freunde und Familie.

Die Frau hält den Rücken frei

Seine Frau hält ihm den Rücken frei, sagt Mathow zum Thema Feuerwehreinsätze und Familie. Natürlich gibt es auch die typischen Unzeiten, zu denen eine Alarmierung eigentlich gar nicht passt. Beispielsweise wenn er mit Frau und Sohn beim Abendessen als der einzigen gemeinsamen Mahlzeit des Tages sitzt und die drei darüber reden, was so tagsüber los war und dann geht der Pieper los . . . „Aber das kriegt man schon irgendwie geregelt, meist auch konfliktfrei“, sagt der junge Familienvater. Sein älterer und erfahrener Kollege Rehnus komprimiert dies in der Weisheit „Wenn die Frau nicht mitspielt, ist der Feuerwehrmann nicht gut drauf.“ Der Jüngere relativiert aber auch, dass man als freiwilliger Feuerwehrmann nicht jeden Tag im Einsatz sei. Mal gebe es vier, meist kleinere Einsätze am Tag, mal passiere tagelang gar nichts.

Die Einsatzliste zeigt es

Ein Blick in die von der Ortswehr Kolkwitz veröffentlichten Einsatzlisten bestätigt dies. Die Einsätze im Juni beginnen am Monatsersten mit einem Bahndeichbrand, Einsatzdauer 1:27 Stunden. Das nächste Mal ausrücken müssen die Kolkwitzer erst am 12. Juni zu einem kleinen Waldbrand, dessen Bekämpfung dauert nur eine gute Stunde. Ein Ausreißer ist der 19. Juni, an dem zu einem Waldbrand noch zwei Verkehrsunfälle hinzukamen. Noch krasser ist der 26. des Monats: brennender Holzstapel, Baum auf der Straße, Waldbrand, Verkehrsunfall. Alle Einsätze dauern aber kaum mehr als eine Stunde.

47 Stunden Waldbrandeinsatz

Ganz anders der 24. Juni, als um 14:25 Uhr Martin Mathow durch Pieper und Sirene alarmiert wird. Dieser Einsatz dauert 47:35 Stunden. Viermal werden in diesen zweit Tagen die dreiköpfigen Tanklöschfahrzeug-Besatzungen ausgewechselt. Mathow war einer von ihnen – nachdem er seinen Sohn aus dem Kindergarten geholt und seine Frau sowie die Kollegen über seine Abwesenheit informiert hatte.

Emotionaler Abschied von der Wehrführung

Mit Sirenengeheul, Salutschüssen und einem Spalier aus Feuerwehrleuten aller Ortsteile sind der Wehrführer der Großgemeinde Kolkwitz, Jürgen Rehnus und sein Stellvertreter Reiner Roblick am 21.Mai in den Ruhestand verabschiedet worden.

Hauptamtsleiterin Martina Rentsch überigbt Jürgen Rehnus die Entlassungsurkunde
Hauptamtsleiterin Martina Rentsch übergibt Jürgen Rehnus die Entlassungsurkunde

Jürgen Rehnus hatte zwar geahnt, dass ihm an seinem letzten Tag seiner 18jöhrigen Amtszeit eine Überraschung ins Haus stehen würde, aber mit diesem Ausmaß hat er nicht gerechnet: Mit einem historischen Feuerwehrfahrzeug werden er und sein Stellvertreter samt Ehefrauen zu Hause abgeholt. Fast alle Fahrzeuge, die die Gemeinde zu bieten hat eskortieren entweder den Tross, oder stehen entlang der Strecke zum Kolkwitzer Gerätehaus, wo nahezu die komplette Feuerwehr aus allen Ortswehren angetreten ist. Die Jugendfeuerwehr hat ebenfalls Aufstellung entlang der Straße bezogen und bildet mit D-Rohren einen Wassertunnel.

Ein Wassertunnel und Eskorte
Ein Wassertunnel und Eskorte

“Ich kann zusammenfassen: Ich bin gerührt.” Eigentlich habe er zusammen mit der Gemeindewehrführung doch lediglich seine Arbeit gemacht, so der scheidende Gemeindewehrführer. “Wir haben versucht, das beste aus der Situation zu machen. Und das ist eingetroffen.” Sein Nachfolger Steffen Theiler gibt ihm in seiner Ansprache recht. “Unter der Führung von Jürgen und Reiner ist die Feuerwehr in der Großgemeinde Kolkwitz zu einer leistungsfähigen und über die Gemeindegrenze hinaus anerkannten Größe geworden. Eure jahrelange engagierte Arbeitsweise sollte für uns alle Anspruch sein für unsere Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr Kolkwitz. Wir als neue Wehrführung sehen es als eine große Herausforderung eure Arbeit fortzuführen. In einer Gemeinde Kolkwitz die auf Wachstum ausgerichtet ist, muss die Technische und Personelle Ausstattung der Wehren der Entwicklung stetig angepasst werden und wir dürfen uns nicht mit Stillstand zufrieden geben.”

Dankesworte von Nachfolger Steffen Theiler für Jürgen und Reiner
Dankesworte von Nachfolger Steffen Theiler für Jürgen und Reiner

Stillstand haben Jürgen Rehnus und Reiner Roblick nicht im Sinn. Beide wollen der Feuerwehr erhalten bleiben. “Ist das Leben noch so schwer: Feuerwehr bleibt Feuerwehr!” erinnert Reiner Roblick. Er ist seit der Gründung der Großgemeinde vor 26 Jahren Mitglied der Gemeindewehrführung, ausserdem Ortswehrführer in Eichow, Mitglied im Bauausschuss der Gemeinde, aktiver Mitgestalter der Feuerwehrkonzeption, Kampfrichter, sowie Mitglied im Fachbereichs Historik des KFV SPN. “Wie wir alle wissen ist Reiners Arbeitsweise zielorientiert und wie von Schienen geführt – er ist eben Eisenbahner. Unser ‘Rumpi’ Jürgen ist Sommer wie Winter auf Sandalen unterwegs, ist mit seinem Erfindungsgeist stets ansprechbar gewesen und hat sich mit einem unendlichen Zeitaufwand immer für seine Kameradinnen und Kameraden eingesetzt” So Steffen Theiler. “Genießt den Ruhestand, aber werdet nicht zu ruhig, denn wer rastet der rostet” scherzt Kreisbrandmeister Stefan Grothe und KFV-Vorsitzender Robert Buder gibt scherzhaft zu bedenken, dass ja jetzt auch Jürgen Rehnus mehr Zeit habe, sich im Fachbereich Historik zu engagieren. Für seine geleistete Arbeit zeichnete er den scheidenden Gemeindewehrführer mit dem Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes SPN e.V. in Sonderstufe aus.
Als Dankeschön der Kameradinnen und Kameraden der Großgemeinde bekommen beide einen Apfelbaum geschenkt. “Als Zeichen, dass Eure Arbeit Früchte getragen hat” so KFV-Unterverbandsleiter Jürgen Mönch bei der Übergabe. Früchte, auf die Hauptamtsleiterin Martina Rensch auch noch einmal zu sprechen kommt: “Es ist Euch zu verdanken, dass die Feuerwehr der Großgemeinde zusammengewachsen sind und jetzt so leistungsstark dasteht. Die Großgemeinde kann zu Recht stolz sein auf ihre Feuerwehr. Dazu habt Ihr beigetragen.”